Fußball Oberliga: ... Derbysieg per Doppelschlag

Kreisstadt holt sich den Derby-Sieg

NOFV-OL Süd: FC Einheit Wernigerode – VfB Germania Halberstadt 0:2 (0:2)

(von Bernd Waldow)

Mehrmals war es in der Vergangenheit verschoben worden, diesmal passten die äußeren Bedingungen in Hasserode, um das Oberliga-Match anzupfeifen. Auf der heimischen Anlage begann Wernigerode zunächst mutig und bereitwillig, der VfB Germania, personell weiterhin arg gebeutelt, so dass mit Felix Genschmar, Klajdi Dani und Jano Conrad gleich drei weitere U-23-Stammkräfte in den Kader aufgerückt waren, blieb ruhig und stand defensiv stabil. Aus dieser Position setzten die Halberstädter auf Umschaltmomente, um den Gastgeber aus der Ordnung und unter Druck zu bringen. Die ersten vagen Annäherungen für die Ex-Halberstädter Danny Wersig (2.) und Gino Dörnte (4.) sowie eine gute Chance für Firas Romdhane (5.), allen fehlte jedoch die Genauigkeit. Gleiches gilt auch für Temi Ajibola (9.) nach Flanke von Pascal Hackethal. Anschließend  eine Phase, in der sich vieles zwischen den Strafräumen abspielte. Als Mika Hess (27.) es aus der Ferne auch nicht genauer machte, folgte ein sehenswerter Spielzug des VfB Germania mit dem Prädikat „besonders wertvoll“. Eine klasse Verlagerung von Edhem Hujdurovic von rechts in der eigenen Hälfte, erreichte Linksaußen Valentin Masuth, der seinen Gegenspieler technsich versiert aus dem Spiel nahm und dann von der linken Strafraumkante schräg unters Dach zielte (28.) – da blieb Franz-Günther Lohse im Tor nur das Nachsehen. Vier Zeigerumdrehungen später servierte „Hacke“ einen Einwurf scharf in den Strafraum, die viel zu  kurze Kopfballabwehr antizipierte Silvio Rust goldrichtig und jagte die Kugel direkt kompromisslos aufs Tor. Lohse irgendwie noch dran, konnte aber den Einschlag bei diesem „Geschoss“ nicht vehindern – 0:2 (32.), der VfB Germania effektiv. Jannis Lisowski, ebenfalls ehemals Halberstadt (42.) und Edhem Hujdurovic (Freistoß/45.) hätten jeweils noch vor der Halbzeit treffen können, beide fanden im jeweils gegnerischen Torhüter jedoch ihren Meister.

Auch zu Beginn des zweiten Durchgangs Chancen hüben wie drüben: Fabian Guderitz hielt einen Kopfball von Nick Schmidt (48.), Joel Klaschka (54.) kam ebenfalls mit seinem Versuch am Keeper nicht vorbei, Hackethals Nachsetzen einen Tick zu spät, da hatte Lisowski bereits geklärt. Allmählich die Halberstädter aber näher am dritten Tor, als die Gastgeber dem Anschluss. „Hacke“ per Freistoß (56./Außennetz) und Ajibola mit Schrägschuss (58.), von Hackethal per Flanke bedient, verzogen nur knapp. Mit fortlaufender Zeit und dem Spielstand geschuldet, wurde die Atmosphäre auf und neben dem Platz hitziger. Die Kreisstädter hier natürlich in der deutlich besseren Position. Dann doch auch mal wieder gute Fußballkost, zuerst setzte Moritz Singbeil einen Kopfball nach Ecke zu hoch an (76.), dann rettete Lohse gegen Hackethal (80.) stark zur Ecke.

Nach einer Pyro-Einlage im Heimbereich, unmittelbar darauf folgend, hätten die Halberstädter beinahe die endgültige Entscheidung herbei geführt, doch nach Einwurf von „Hacke“ (84.) setzte Mateo Martinez seinen Kopfball „nur“ an den Pfosten. Zwingende Chancen auf der anderen Seite ließen die Jungs von Manuel Rost in der Schlussphase dann nicht mehr zu. Erneut bewies das Team Särke im Zusammenhalt und kompensierte mit starker Bereitschaft manche Situation, in der es hätte gefährlich werden können.

Wie schon in der Vorwoche, gab es auch in diesem Spiel noch einen späten Platzverweis, den fing sich Jannis Lisowski (88.).

Nach Abpfiff musste die Polizei einige Chaoten, die das Spielfeld zu stürmen versuchten, an ihren unlauteren Absichten hindern. Das funktionierte. So verließen die Derbysieger aus Halberstadt zumindest den Stadioninnenraum unversehrt.

Mental gestärkt werden sie der nächsten Aufgabe am kommenden Sonnabend in Sandersdorf entgegen sehen. Zu diesem, dann wieder regulären Auswärtsspiel, dürfte auch  der heute gesperrte Vinicius Sandri ins Team  zurück kehren